Wand- und Bodenbelag
Ob eine Fliese für Boden oder Wand geeignet ist, entscheiden verschiedene Kriterien. In erster Linie gilt, je höher die Abriebfestigkeit umso belastbarer ist die Fliese als Bodenbelag. Die Abriebfestigkeit wird in verschiedene Klassifizierungen eingeteilt und reicht von Klasse 0 mit geringster Abriebfestigkeit bis Klasse 5 für höchste Beanspruchung.

Aber auch die Rutschsicherheit spielt für eine Bodenfliese eine entscheidende Rolle. Zum R-Wert, welcher die Neigung einer Bodenfläche in Grad mit rutschsicherer Begehbarkeit angibt, kommt auch der V-Wert, der so genannte Verdrängungsraum, hinzu. Dieser bezeichnet offene Hohlräume zwischen Schuhsohle und Belag, welcher gewisse Mindestvolumen von Flüssigkeit aufnehmen kann. Die Rutschhemmung für Außenbereiche wird durch äußerst raue Oberflächenstrukturen erzeugt, welche meist durch Pressen schon vor dem Brand der Fliesen erzeugt werden. Auch für Barfuß-Räume gibt es gesonderte Bewertungsgruppen, welche die Anwendung der Bodenfliese festlegen. Hier wird die Rutschfestigkeit mit einer speziellen Dickschichtglasur erreicht, welche jedoch eine besondere Reinigung mit Walzenbürsten erfordert. Gerade für Arbeitsbereiche, aber auch für nassbelastete Barfußbereiche, wie öffentliche Schwimmbäder, gelten gesonderte Regelwerke mit Mindestangaben an Rutschfestigkeit und Trittsicherheit.
Für Säurebeständigkeit und Fleckempfindlichkeit bestehen ebenfalls klassifizierende Normen.